Friederike Reisch Interview

Nach dem Winterclash, haben wir uns direkt an Friederike Reisch gehangen und sie für Connected-Inline interviewt. Wir haben die Fotos weggelassen und uns auf den Text konzentriert. Am Ende gibt es einen kleinen Edit von Friederike bei einer Session in Berlin.


Nikita: Hallo Friederike, erstmal gratulieren wir dir alle von seitens Connected-Inline zum souveränem Sieg auf dem Winterclash. Wie fühlt es sich an, erste auf dem weltgrößten Inlineskateevent zu sein?

Friederike:  Na, ich freu mir natürlich n Loch in den Bauch. Am besten finde ich, dass ich so viele positive Kommentare zu meinem Skaten bekommen habe. Ich habe gerade wirklich wieder Spaß am Skaten und freu mich, dass viele Leute das auch sehen. Am meisten freut mich allerdings, dass ich nicht 1. von 4 geworden bin, die gerade erst angefangen haben zu skaten, sondern dass im Girlsfinale wirklich gutes Skaten zu sehen war und sogar die meisten Mädels, die es nicht ins Finale geschafft haben wirklich skaten können.

 

Nikita: Ich war ja live dabei und habe deine Runs gesehen. Du warst eine der wenigen die wirkliche Lines gefahren ist und “Flow” hatte. Auf jeden Fall beide Daumen hoch! Wenn du sagst, dass dir das Skaten jetzt wieder Spaß macht, gab es eine Zeit als es nicht so war? Und wenn ja, Warum?

Friederike: Vielen Dank! Ich hatte/habe Probleme mit dem rechten Knie und musste deswegen ziemlich lange Pause machen. Weil das Knie nicht mehr so belastbar ist wie früher kann ich auch nicht mehr so richtig Street skaten. Außerdem hatte ich im letzten Jahr viel Stress mit der Diplomarbeit und daher auch keine Zeit zum Skaten. Jetzt hab ich wieder etwas mehr Zeit und freue mich übers Skatepark fahren.

 

Nikita: Ja, das Problem der Gelenke! Vor einiger Zeit bist du nach Berlin gegangen, soweit ich weiß, wegen deinem Studium. Jetzt ist es vorbei. Ist die Zeit in Berlin auch vorbei und es kommt was neues? Was hast du eigentlich studiert?

Friederike: Ich komme ja ursprünglich aus Berlin und habe mal in München angefangen Energie- und Prozesstechnik zu studieren. Nach einem Praktikumssemester in Sydney bin ich dann aber wieder nach Berlin gezogen, weil mir die Stadt einfach besser gefällt. Im September bin ich jetzt mit dem Studium (Physikalische Ingenieurwissenschaft) fertig geworden und arbeite nun als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Uni. Ich werde also erstmal weiter in Berlin bleiben können und freue mich auch sehr darüber.

 

Nikita: Du hast es bereits angesprochen, dass die Mädels im Finale vom Clash richtig gutes Skaten gezeigt haben. Wenn man über die letzten Jahre drüber blickt, dann fällt einem auf, dass immer mehr Frauen den Sport für sich entdecken. Kannst du dir erklären warum? Und wie bist du dazu gekommen?

Friederike: Ich bin zum skaten gekommen als ich ca. 8 Jahre alt war und kann über meine damaligen Beweggründe nicht mehr viel Auskunft geben. Damals gab es in Berlin einige Mädchen die geskatet sind aber irgendwie haben dann nach und nach alle aufgehört. Ich weiß nicht warum es inzwischen wieder mehr Mädchen gibt die skaten, aber ich finde es toll, dass es Frauen wie z.B. Kate Egan gibt, die sich engagieren um die Girl-Szene zu pushen.

 

Nikita: Was bedeutet dir das Skaten? Unter dem Betracht deiner Ausbildung, deine Arbeit, könnte ich es mir vorstellen dass du oft mit einem überraschten Blick angeschaut wirst. Würdest du sagen es ist ein Hobby, oder eine Lebensaufgabe, ein Lebensstil oder Sport? Und warum?

Friederike: Schwer zu sagen. Skaten ist definitiv viel mehr als ein Hobby. Natürlich ist es einfach nur ein Sport, aber es ist eben mein Sport. Wenn ich zur Arbeit gehe denke ich an Tricks und wenn ich, wie jetzt, einen dicken Ellenbogen vom letzten Wochenende habe, dann weiß ich jedes mal wenn ich dagegen stoße und es weh tut, dass ich skaten war, dass ich kurz über mich hinaus gewachsen bin, dass ich Dinge gemacht habe auf dich ich stolz bin. Daher ist es mir auch sehr wichtig einen Weg zu finden so zu skaten, dass ich es noch lange auf halbwegs hohem Niveau machen kann.

 

Nikita: Und aufgrund deiner erfolge der letzten drei Wochen, schaffst du das ganz gut! Ich habe mal deinen Namen gegoogelt und bin auf das letzte Profile von dir gestoßen. Das war 2007, zumindest ist dass das letzte was ich gefunden habe bis zu den Aufnahmen vom Winterclash. Bist du gerade dabei wieder was zu Filmen oder ist dass erstmal auf Eis gelegt?

Friederike: Auf Eis gelegt ist sicher eine gute Beschreibung. Es ist Winter und in unserer Halle filmen ist nicht so spannend. Im Sommer würde ich gerne mal wieder filmen gehen.

 

Nikita: Auf dem neuen Album von Deichkind gibt’s ein Lied namens: “Leider Geil” Der entscheidende Satz dazu ist: “Es tut mir leid, doch ich muss leider gestehen, es gibt Dinge auf der Welt die sind Leider Geil. Hab endlich einen Job, versacke in ner Kneipe -> Leider Geil! Wie würdest du den Satz vor dem “-> Leider Geil” gestalten? Also was ist dein UNART Ding was LEIDER GEIL IST?

Friederike: Hmm. Ich mach mich mal unbeliebt: … Ich habe einen Job, einen Freund und auch genug anderes zu tun und hänge das ganze Wochenende mit lauter Jungs in ner verdammt kalten Skatehalle ab -> Leider Geil !

 

 

Nikita: Dann überlasse ich dir mal das letzte Wort ;-)

Friederike: Na wat soll ich da sagen….

 

Nikita: Vielleicht noch ein “Leider Geil” Zitat?

 Friederike: Danke an Bart, Jojo, Gagi, Gideon, David, und die anderen Berliner, weil skaten mit euch Spaß macht. Ganz besonderen Dank an Jojo, weil das letzte Wochenende Leider  sehr Geil” war. Viel Spaß beim Rollschuh laufen

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