Eugen Enin Interview

Nikita: : Hallo Eugen,  du warst gerade im Powerhaus in Barcelona unterwegs, und in Stuttgart am A Chosen Few super weit vorne mit dabei. Könntest du dich für uns mal vorstellen?

Eugen: Hey, ich heiße Eugen Enin, komme aus der bescheidenen Stadt Borken, bin nun schon 20 Jahre alt und skate mittlerweile schon seit hmm… ca 7-8 Jahren.

Nikita: Borken habe ich noch nie gehört und kann es auch nirgendwohin zu ordnen ;-)

Eugen: HAHAHA das ist bei den Meisten so. Es ist eher eine kleinere Stadt angrenzend an Holland und eine Stunde von Essen entfernt. Aber die Stadt LEBT!

 

Nikita: Deinen Namen hört man immer öfter im nationalen und internationalen Inlineskatekreisen. Kannst du dir erklären warum?

Eugen: Ehrlich gesagt… kann ich es bis jetzt kaum nachvollziehen. Ich rolle genau so viel wie früher. Nun halt viel Street und ich versuche auch öfter mal raus zukommen, um ein wenig Clips zu sammeln. Es ist halt die Kombination aus dem Onlinestuff, den Leute von einem zusehen bekommen und der Präsenz auf Contests. Beides zusammen müsste es wohl sein.

Nikita: Aufgrund dieser Präsenz bist du auch nach Barcelona eingeladen worden, als einer der ersten deutschen Skater. Könntest du uns etwas darüber erzählen?

Eugen: Ohman ey… da müsste ich mich für ein paar Stunden hinsetzen :D . aber Spaß bei Seite. Es ist einfach eine simple aber geniale Idee. sie ist ungefähr so, wie bei den Vine St Jungs. Ich wurde halt vor einer Weile gefragt, ob ich nicht gerne ins Powerhouse möchte. Ich habe natürlich zugesagt. Als ich nach dem Abi endlich Zeit hatte und der Daniel Gourski auch bei Conference eingestiegen ist, hatten wir natürlich die Möglichkeit zusammen nach BCN zu fliegen. Also buchten wir einen Flug und ab ging es. Nach der Ankunft wollten wir ein wenig durch die Straßen rollen und fanden ohne Ende Spots… und die Hälfte davon waren sogar sehr bekannte. Es ist das Paradies für Skater! Wir wurden herzlich von Richie, Dustin, Dom und Note empfangen. Die ersten Tage sammelten wir fleißig Clips, bis ich den Boden küsste und erstmal einen tag Pause machen musste. Dany hat die Zwischenzeit aber gut genutzt und filmte fleißig mit Mark Heuss, der  auch angekommen ist. Wir waren insgesamt 10 tage da und haben zwar sehr viel gefilmt aber wir können trotzdem sagen, dass es nicht mal im Ansatz der Großteil unserer erwünschten Spots war. Es gibt einfach zu viel. Die Stadt selbst ist großartig. Das Wetter war jeden Tag Top und die Menschen waren meist auch nett. Ich kann mich also trotz langer Liste an Verletzungen und dem Krankenhausbesuch nicht beschweren. Ich würde immer wieder die Chance nutzen. Aber nun Brauche ich erst einmal eine Pause.


Nikita:
Daniel Gourski und du seid sehr oft im Doppelpack unterwegs. Soweit ich weiß habt ihr ein Video zusammen gemacht und jetzt Barca. Mit wem Skatest du sonst noch?

Eugen: Hauptsächlich halt mit meiner Borkener MFCC Posse. Darunter fallen Jungs wie Sven Ehmer, Adrian Röter, Joao Goncalves und Jan Niehues (von dem man dieses Jahr hoffentlich noch viel hören wird). Wenn wir mal aus dem Dorf rausfinden, rollen wir auch viel mit Leuten aus der Umgebung. Maik Lojewski, Philipp Czaika und vielen Anderen. Und ab und an fahre ich mit den Jungs auch nach Köln oder Bonn und sammle Footage mit Dany. So bin ich dann auch mit den Skatern in Köln und Bonn in Kontakt gekommen. Ich werde nun auch versuchen, den Jo Zenk in Münster öfter mal zu besuchen und eine coole Session zu fahren, da wir viel zu selten in der Gegend sind. Achja und Matthäus Parobek den alten Killer darf ich nicht vergessen. und ja! Er rollt immer noch ;)

Nikita: Was würdest du sagen wie hat sich der Sport in den letzten fünf Jahren verändert, merkst du eine Veränderung?

Eugen: Hm… Da ich aus der Essener Umgebung komme, ist die Schließung der Skatefactory ein ausschlaggebender Punkt. Sie war wie ein zentraler Treffpunkt für viele Skater aus der Umgebung, die sich sonst wahrscheinlich nicht kennengelernt hätten. Es war einfach ein super Halle und da sie in Essen war, konnte man auch schnell mal streeten gehen. Danach ging es halt erstmal bergab aber mittlerweile wächst der Ruhrpott und es kommt zu regelmäßigen Sessions. Nun aber zum Zentralen. Ja ich merke schon eine Veränderung. Dabei möchte ich nun die Taig Khris Diskussion bei Seite schieben. Mittlerweile sieht man ja Chris Haffey schon bei Nitro Circus und durch das Powerhouse in BCN und dem Razorshouse sind nun ganz neue Möglichkeiten für Rider da. Ich finde der Sport geht wieder Berg auf.

Nikita: Taig Khris ist ja ein gutes Stichwort. Rück mal mit deiner Meinung raus!

Eugen: Das war ja klar. Es ist halt schon kontrovers. Einerseits sieht man Rollerblading mal Weltweit im TV aber andererseits, VERDAMMTE SCHANDE, was sollen die Leute von uns denken? Immerhin hat sich unser Sport weiter entwickelt. Und das nicht nur in der Hinsicht von Distanzen und noch mehr Spins vor einem Grind.

 

Nikita: Wie würdest du jemand der nicht aus dem Sport kommt erklären was wir da tun, um einem den Sport näher zu bringen?

Eugen: Also ich würde es ungefähr so machen: ich fahre Rollschuh und springe dabei auf Geländer und Stufen. Nein nun mal im Ernst. Rollerbladen ähnelt dem Skateboardsport mit den Grinds, Airs etc. und es ist immer eine gute Methode es daran zu erklären, da die meisten sonst null Plan haben. Im Grunde hat man beim Rollerbladen alle Freiheiten und ist nicht an Grinds oder so Etwas gebunden. Dies kann man an Ridern sehen, die auch Parkourelemente mit einbringen. Man kann seine Kreativität an Spots ausleben oder auch Park fahren und dort seine Moves üben. Ich würde auch viel über Sessions erzählen oder direkt einen Rolltogether Edit mit dem Handy zeigen. Aber ich würde vielleicht auch alte IMYTA Videos zeigen um dieses Contesthypegefühl näher zu bringen. Aber das aller Wichtigste wäre es, den Sport vom Skateboarden zu distanzieren und zu erklären, dass wir zwar  keine Titus Läden haben oder man unsere Marken nicht im TaraM kaufen kann. Und das bei uns auch nicht sehr viele große Sponsoren mitwirken, oder eher selten.
Aber gerade dies macht unseren Sport zudem was er ist. Wir sind immer noch eine Art Gemeinschaft. Auch wenn das komisch klingt. Wenn ein Skateboarder einen anderen auf der Straße mit einem Skateshirt sehen würde, würde er ohne 2mal hinzuschauen dran vorbei gehen.
Wenn ich jemanden auf eine Party oder irgendwo mit einem USD Shirt oder einem Grindhouse Shirt sehen würde, würde ich 2mal hinschauen und vielleicht ein 3tes mal und ihn auch drauf ansprechen.

 

Nikita: Würdest du dich allgemein von Skateboardern distanzieren, oder bist du mit Leuten aus der Skateboardscene down?

Eugen: Ich würde es allgemein niemals tun. Vielleicht kassiere ich nun mega das Hating aber es ist mir egal. Viele meiner guten Freunde sind Skateboarder und ich kenne sie schon seit meiner Kindheit. Wir haben zurzeit auch einen sehr guten deutschen Rider, der auch in meinem Alter ist in Borken und es ist immer lustig zu schauen, wie es bei ihm so ist mit Sponsoring und so. Er ist halt bei „Globe“ und anderen Firmen und da sieht man schnell, dass es bei den Boardern halt ein wenig größer ist. Aber die meisten Jungs sind cool drauf und fahren teilweise die selben Spots, wie ich.

 

Nikita: Da du gerade den Vergleich angesprochen hast, was das Sponsoring angeht, was würdest du sagen worin unterscheiden sich das Sponsoring im Skateboardbereich und im Inlinebereich?

Eugen: Sowas müsste man am besten auch international und national betrachten. Ich habe mir sagen lassen, dass es kaum deutsche Boarder gibt die gut in Deutschland verdienen. Oder zumindest so , dass es zum Leben reicht. Dies ist wie bei uns, wobei deren Ami-Pros noch ordentlich mehr verdienen als unsere. Aber so was hat auch mit den Sponsoren selbst zutun. Die Boarder haben ja auch Firmen wie Redbull etc. wodurch auch richtig Geld ins Spiel kommt. Diese Zeit gab es bei uns ja auch mal. Sonst besteht der große Unterschied darin, dass die Boarder viel mehr Skatefirmen besitzen und somit auch mehr Möglichkeiten haben.

Nikita: Warum kommt deiner Meinung nach kein Geld in die Inlineszene seitens der großen Sponsoren wie Redbull oder Monster Energy?

Eugen: Teils sieht man schon größere Aktionen, wie bei Haffey oder dem Miniauftritt bei den X Games oder Taig Kris. Doch es liegt zum größten Teil immer noch an der Öffentlichkeit. Rollerbladen ist nicht mehr so publik wie es einmal war. Aber wie gesagt, ich finde, dass es mittlerweile besser wird.

 

Nikita: Was müsste passieren damit es publik wird? Und ist es überhaupt seitens der Leute gewollt?

Eugen: Oh Mann, ich finde solche Fragen immer hart. Rolltogether Sessions sind ja eigentlich eher für die Rollerblader selbst da. Gerade solche Sessions bringen uns zusammen oder bringen neue Kiddies in den Sport. Deshalb finde ich, dass diese Sessions oder auch Realstreets und allgemein Contests sehr wichtig sind. Denn wenn mehr Leute rollen und die Veranstaltungen größer werden, dann sehen auch größere Sponsoren einen guten Werbeträger in unserem Sport und fangen an zu investieren. Dabei geht zwar ein wenig das Herz flöten und es wird viel an Geld gedacht, aber so ist es nun mal.

Nikita: Denkst du an Fame wenn du skaten gehst, oder rollst du noch aus vollem Herz und Liebe?

Eugen: Auch wenn vielleicht viele etwas anderes denken und zu oft Rollernews Kommentare über mich lesen, ich kann sagen, dass ich aus voller Liebe zum Sport rolle. Ich skate immer noch regelmäßig im Park mit meinen Jungs und fühle mich immer noch, wie das Dorfkind von vor ein paar Jahren, was bei größeren Events mit großen Augen zu den Pros hoch geschaut hat. Ich staune immer wieder, wenn mich irgendwelche Kiddies bei FB annehmen nur weil sie ein Video gesehen haben. Da ich erst seit ein paar Jahren mit der deutschen Szene richtig in Kontakt gekommen bin und vorher immer nur im Homepark und Umgebung war, vergesse ich nie wo ich her komme. Ich skate einfach nur aus Spaß auch wenn viele denken ich möchte mich nur battlen. Wer mich kennt, weiß genau, dass ich viele in der Umgebung sehr respektiere und als besser ansehe. Leute aus meiner Crew, wie Jan Niehues, können mir ja mittlerweile auch locker das Wasser reichen. Man entwickelt sich und entdeckt neue Seiten. Doch der Spaß am Rollen wird immer da sein.

 

Nikita: Du bekommst Support von Conference, seit wann? Wie kam es dazu und was für ein Setup der Jungs fährst du denn gerade?

Eugen: Es begann alles letztes Jahr. Nach dem Realstreet Contest in Essen bekam ich eine Mail und wurde gefragt ob ich nicht für USD ins Flowteam möchte. Ich habe mich endlos gefreut und vielen Dank an dieser stelle noch mal! Da ich in Hannover ja auch recht gut platziert war und in Gießen sogar bei den Pros mit rollen durfte, hatte dann langsam keiner mehr Bedenken und ich hatte es quasi sicher. Ich fahre zurzeit einen weißen Prototypen der dem USD Carbon 2 vom Design sehr ähnelt und ne weiße Kizer 4 mit USD Wheels und Undercover Bearings.

 

Nikita: Was sind so die Pläne für das restliche Jahr?

Eugen: Erstmal ein wenig Ruhe nach BCN, da ich mich schon gut zerstört habe. Ich werde weiterhin fleißig Contests in der Umgebung besuchen und bei Events versuchen dabei zu sein. Ich freue mich auch wieder Footage sammeln zu können und auch auf die Sachen die im Herbst/Winter eher hallenmäßig stattfinden.

 

Nikita: Ich würde sagen, dass das letzte Wort an dich geht!

Eugen: OK, ich machs klassisch. Ich Grüße erstmal all meine Freunde und meine Familie und danke der MFCC dafür, dass sie immer hinter mir stehen und all denen die mich supporten. Also USD und den Conference Leuten aber auch dem Herrn Parobeck der mich von klein auf kennt und den anderen Jungs bei uns am Park. PEACE!

 

 

 

 

 

 

 

 

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