Dominik Wagner high5

Nikita: Ich denke einer normalen Vorstellung des Dominik Wagner bedarf es nicht mehr, aber ich würde gerne mal wissen wie du dich unter folgenden drei Situationen selbst vorstellen würdest. Situation eins: Normale Situation im Alltag. Situation zwei: Du stellst dich für Connected-Inline.com vor. Situation drei: Du bist in der Disco und stellst dich einem Mädel vor.

Dominik: Das kommt ganz drauf an, in der ersten Situation würde ich sagen: „Hi ich bin Dominik, bin 26 Jahre alt und wohne noch in Berlin.“ In der zweiten Situation würde ich sagen: „Mein Name ist Dominik Wagner, ich bin 26 Jahre alt, wohne in Berlin, bin in Bremen aufgewachsen und ich skate ganz gerne.“ Die Situation drei würde meist gar nicht in Frage kommen, da ich sie davor schon besoffen anschreiend umschupse.

Nikita: Dann bleiben wir einfach bei den ersten zwei Situationen. Wie lange bist du schon auf Skates unterwegs?

Dominik: Ich skate seit ca. 16 Jahren, davor bin ich allerdings lange Skateboard und ein bisschen BMX gefahren.

 

Nikita: Was hält einen so lange dabei? Ich mein du bist auch schon fast zwei Drittel deines Lebens auf Rollen unterwegs!

Dominik
: So genau kann ich das nicht sagen da spielt alles mit, aber ich glaube das wichtigste sind die Leute mit denen ich unterwegs bin, auch wenn die in dieser Zeit sehr viel gewechselt haben. Außerdem natürlich das Reisen, durch Skaten kommt man sehr viel rum und na ja wenn ich ehrlich bin ganz ohne skaten wäre das Leben einfach langweilig!

Nikita: Die Leute sind für sehr viele ein wichtiger Grund dabei zu bleiben. Könntest du ein paar Namen die dir spontan einfallen nennen?

Dominik: Klar: Jojo, Bart, Gagi, Phillip, Tim, Felix, Sascha, Jochen, Alex, Benni die ganze Crew aus Berlin ist momentan super wichtig für mich auch wenn wir eigentlich kaum zusammen skaten. Ansonsten gibt es mittlerweile überall auf der Welt Leute die ich echt nicht missen möchte aber die alle aufzuzählen würde mich die halbe Nacht kosten.

 

Nikita: Was macht denn die Berliner Crew wenn sie gar nicht skaten geht? Habt ihr etwa ein Leben außerhalb des Skatens?

Dominik: Ja ob du es glaubst oder nicht, aber wir haben alle ein Leben außerhalb des Skatens (bis auf Jojo vielleicht) wir sind alle nicht mehr die Jüngsten und müssen schauen dass wir irgendwie überleben. Das heißt wir müssen alle ganz normal morgens raus und zur Arbeit oder in die Uni. Wenn wir uns treffen gehen wir meistens in nen Park oder in eine Bar das kommt natürlich aufs Wetter an, das Ganze läuft dann auch meistens auf ne große Party hinaus, die den nächsten Morgen nicht ganz so schön gestaltet.

 

Nikita: Womit gestaltest du dir deinen Tag um das nicht mehr arg so junge Leben zu finanzieren?

Dominik: Ich habe gerade eine Ausbildung zum Fotodesigner abgeschlossen, damit habe ich leider bis jetzt noch nicht so viel Geld verdient, aber ab August werde ich ein bezahltes Praktikum anfangen, was für mich gleichzeitig der erste Schritt ins richtige Berufsleben sein wird. Meine Arbeiten habe ich in meinem, noch nicht ganz fertigen, Online Portfolio, falls du eine Kostprobe willst.

Nikita: Warum hast du vorher bei deiner Vorstellung, zu deinem Wohnsitz das Wörtchen „noch“ davor gestellt?

Dominik: Das besagte Praktikum ist in New York. Das heißt ich werde erstmal nach New York ziehen, allerdings nicht für ewig, danach werde ich auch wieder in Berlin wohnen.

 

Nikita: Kannst du mir erklären was diese Stadt für so viele Inlineskater und Firmen bietet, bzw. womit lockt einen Berlin aus der Idylle der unendlichen Berge und Seen?

Dominik: Hm keine Ahnung, Berlin ist halt eine Großstadt in der man viel entdecken kann und die einem viel Freiraum bietet sich zu entwickeln. Hier ist einfach unglaublich viel los und man kann so ziemlich machen was man will!

Nikita: Den hast du ja mit deinen Erfolgen in den letzten Jahren scheinbar nicht verloren. Könntest du uns ein paar Highlights der letzten zwei Jahre nennen?

Dominik: Mein absolutes super Highlight war natürlich der Winterclash dieses Jahr, aber eigentlich sind Contests nicht so wichtig für mich. Es ist viel wichtiger unterwegs zu sein, meine letzten drei Trips in die Staaten waren sehr cool und die Fahrten im Ignition-Van sind auch unvergesslich, aber ich hatte auch eine sehr coole Zeit in Berlin als Jacob und Jonas vorbeigekommen sind um für Traitement zu filmen.

 

Nikita: Gibt es in absehbarer Zeit ein Section von dir, oder konzentrierst du dich erstmal auf deine Photographiekarriere?

Dominik: Schwer zu sagen, es gibt Pläne für ein neues Video aber darüber kann ich momentan nichts sagen, außerdem weiß ich nicht wie viel Zeit ich in Zukunft haben werde um richtig filmen zu gehen, da meine Priorität gerade definitiv bei der Photographie liegt! Ich wollte eigentlich schon lange eine online Sektion filmen aber das hat bis jetzt nicht geklappt da ich sehr viel mit meiner Ausbildung beschäftig war und wenn ich dann mal Zeit zum skaten hatte wollte ich einfach nur ne nette Session fahren um mich  zu entspannen und mich nicht auf Asphalt zerficken…

Nikita: In der letzten Zeit wurde viel diskutiert, was dem Sport an sich gut tut. Aktionen wie Supermanfrontflips zu machen oder weiterhin rum zu grinden und somit für die breite Masse uninteressant zu bleiben. Denn die Zeit gab es schon mal, dass der Sport die breite Masse angesprochen hat. Was ist dein Statement dazu?

Dominik: Wenn ich ehrlich bin beschäftige ich mich gar nicht so sehr mit solchen Themen, ich glaube wenn man ein Trend werden will kann man das schlecht erzwingen, aber man sollte auch nichts tun was das Ganze schlecht darstellt, Supermanfrontflips sind für mich kein skaten, soviel dazu! Ich glaube das Wichtigste ist, dass die ganze Industrie sich intern erstmal einig wird, in welche Richtung es gehen soll bevor man sich vor einer breiten Masse behaupten kann!

 

Nikita: Nach so vielen Jahren Skaten sind viele bereits in diese Industrie voll eingestiegen. Viele Skater schauen dass sie in einer Skatefirma arbeiten können, ihre eigene gründen. Warum bist du da noch nicht drin? Oder wissen wir was nicht?

Dominik: Nee, nee ich halte mich da raus. Ich habe über die Jahre viel mit bekommen, was so abgeht und für mich diese Entscheidung getroffen, nicht zu sehr involviert zu sein, da Skaten für mich letztendlich Freizeit ist. Ich habe keine Lust mich 24/7 damit beschäftigen zu müssen!

Nikita: Also du kommst gerade von Rockskilde, warst davor in America, gehst bald nach New York. Wo wird man dich noch sehen? Gibts Termine wo du sagst da musst du hin?

Dominik: Es gibt super viele Events diesen Sommer zu denen ich gerne hin fahren würde, aber leider kann ich nicht, da ich schon weg bin! Dann wiederum gibt’s Wochenenden wie dieses an dem 3 Events über ganz Europa verteilt sind und ich mich für eins entscheiden muss. In ca. 4 Stunden geht mein Zug nach Polen zu den Baltic Games, das wird mein letzter Contest in Europa für dieses Jahr!

 

Nikita: Eine letzte Frage habe ich noch: Bist du selbst einer der Skater, der auf solche Online-Magazine, wie connected-inline.com schaut? Versuchst du zu verfolgen was in dem Sport passiert?

Dominik: Ja klar! sobald ich vorm Rechner sitze, stalke ich immer die ganze Inlinewelt, meistens um mir ein bisschen Inspiration zu holen oder weil ich einfach auf gute Edits stehe und um neue Skater zu entdecken. Natürlich lese ich mir nicht immer alles durch und es gibt auch Zeiten in denen ich komplett raus bin, da ich nicht mal für so was Zeit habe. Ich finde es übrigens echt cool dass ihr euch die Mühe macht und versucht die Szene am Leben zu erhalten.

Nikita: Nun, dann bedanke ich mich für das Gespräch und wünsche dir eine gute Session bei den Baltic Games und einen guten Aufenthalt in New York (grüß mir Josh Diaz) und überlasse dir das letzte Wort.

Dominik: Ok vielen Dank! Die Grüße richte ich aus! Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg mit Connected-inline.com! Ich gehe jetzt schlafen da ich in 2 Stunden wieder raus muss… high5

 

 

 

Text: Nikita Anders
Bilder: Felix Strosetzki

6 thoughts on “Dominik Wagner high5

  1. Schön zu lesen das nicht alle Pros so abgehoben sind wie man das sonst so immer mitkriegt.

    Viel Erfolg für die weiteren Lebenspläne Dominik…

  2. Pingback: Dominik Wagner Interview auf Connected-Inline.de |

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