Interview Jürgen Eberlein


Connected-Inline: Hallo Jürgen, wir danken Dir, dass Du Dir die Zeit nimmst für dieses Interview! Stell Dich bitte unseren Lesern mal kurz vor! (Name, Alter, wie lange am skaten)

Jürgen: Mein Name ist Jürgen Eberlein, bin derzeit 35 Jahre alt und skate seit 1998.

Connected-Inline: Du bist der Kopf der, wieder ins Leben gerufenen, Miniramp Masters. Auf jeden Fall Respekt dafür von uns! Wie kam es zum Relaunch und was ist deine Motivation bzw. Ziel?

Jürgen: Danke.

Ich nahm, so glaube ich, 2010 das erste Mal bei einem der damaligen Miniramp Masters Tourstops teil und war ziemlich begeistert von der Stimmung. Bei den darauf folgenden Stops wurde ich dann zu einem regelmäßigen Teilnehmer und lernte die damaligen Organisatoren kennen. Ich ignorierte die Skate-Szene aus Zeitmangel lange Zeit und
die wenigsten Namen waren mir ein Begriff.

Als ich 2011 von Nicole Susenburger während des Winterclash’s gefragt wurde, ob ich nicht das damalige Orga-Team unterstützen wolle, war ich noch sehr skeptisch. Eine ruhige Session mit meinen Leuten war mir damals doch lieber.
Im Laufe der 2011er Tour wurde ich dann doch immer mehr in die Orga-Arbeit einbezogen und ein fester Teil war ich dann wohl letztendlich seit dem damaligen Finale 2011 in Köln. Die 2012er Tour verlief dann ziemlich nervenaufreibend weil auch das Privatleben mehr Zeit erforderte und alle Beteiligten waren froh, als die Tour vorbei war um einmal durchatmen zu können.

Als meine Partnerin Assia Zaharieva für den X-Mas Jam 2014 in Hamburg die Organisation übernahm spürte ich erste Motivation und Energie mal wieder war in dieser Richtung unternehmen zu wollen.

Connected-Inline: Du bist mittlerweile bekannt wie ein bunter Hund. Deine Wahlheimat ist ja seit längerem in Hamburg. Wie sieht die Szene Vorort aus? Habt Ihr viele Skater und vor allem Nachwuchs?

Jürgen: Ich liebe Hamburg. In diese Stadt zu ziehen, ohne auch nur einmal dort gewesen zu sein! War einer der besten Entscheidungen meines Lebens.
Ohne die Hamburg Skater und das I-Punkt Skateland hätte ich die Skates schon längst an den Nagel gehängt.
Ich lebe jetzt seit 2007 in Hamburg und ich habe so viele Talente kommen und gehen sehen. Jeder, der sich länger mit diesem Sport befasst, kennt das. Neue Gesichter, lernen rasend schnell, aber verschwinden auch nach 3-4 Jahren weil es nicht viel zu erreichen gibt. Das ist in meinen Augen die falsche Motivation.

Connected-Inline: Unsere Szene hat ja leider das Problem, dass Sie immer kleiner und älter wird. Was meinst Du, woran das liegt und denkst Du, dass der Sport nochmal wiederkommt, so wie andere Rollsportarten wie z.B. skateboarden oder BMX?

Jürgen: Woran das liegt? Darüber gab es schon viele Gesprächsrunden.

Im Vergleich mit unserem Nachbarland Frankreich ist das Skaten hierzulande viel technischer und weniger spektakulär. Erinnernd an das Publikum bei einem der letztenX-Mas Jam‘swaren sehr gelangweilte Gesichter zu finden. Trotz einer megaharten Combo, z.B. von Eugen Enin, wurde die Schwierigkeit des Tricks einfach nicht erkannt. Ein einfacher Backflip wurde dagegen immens gefeiert. Vielleicht zieht das zu wenig Besucher an.
Aber das ist nur einer der Gedanken. Hier alle aufzuführen würde den Rahmen sprengen.

Ja, der Sport wird wieder kommen.

Connected-Inline: Wie bist Du selbst zum skaten gekommen und warum bist Du immer noch dabei?

Jürgen: Irgendwann zappte ich in einer gelangweilten Nacht auf den Film „Airborne“. Am nächsten Tag kaufte mir ein paar Fitness Skates.
4 Wochen später gehörten mir ein Paar CI5 von Rollerblade. Im gleichen Sommer wurde in meinem Geburtsörtchen eine Miniramp aufgebaut.

Zum einen skatet glücklicherweise meiner Freundin auch, was es alles ziemlich problemlos macht. Skatetrips, Events oder einfach nur eine Box-Session vor der Haustür sind ohne lange Beziehungsdiskussionen möglich.
Zum anderen wohne ich direkt gegenüber des I-Punkt Skateland‘s.
Von meiner Couch in den Keller, Skates anziehen und der erste Drop-in vom Coping verbraucht keine 5 Minuten.

Connected-Inline: Was macht Jürgen Eberlein, wenn er mal nicht skatet oder wieder am planen von einen Tour Stop der Miniramp Masters ist?

Jürgen: Diese Zeit, die wirklich sehr knapp ist (eigentlich gar nicht vorhanden) verbringe ich mit meinen Katzen oder mit anderen Sportarten.

Connected-Inline: Welche Art vom skaten magst Du am liebsten und gibt es jemanden in der Szene der Dich aufgrund seines Skate Könnens oder anderer Art auf irgend eine Art inspiriert hat?

Jürgen: Meine Knochen verzeihen mir eine Streetsession nicht mehr so schnell. Nach einer 4 Stunden Bowlsession stehe ich jedoch am nächsten Tag wieder schmerzfrei auf. Daher sind mir Miniramp und Bowl am liebsten.

Einflüsse gab es früher viele. Allen voran unsere damalige Nürnberger Crew „AFC“ mit Dave, Dan, Seppo, Minh, Jamal… aber das ist lange her.
Mittlwerweile versuche ich nur noch mein eigenes Ding zu machen.

Connected-Inline: Die Miniramp Masters sind zur Zeit im vollen Gange und es liegen dieses Jahr noch, soweit wir wissen, 3 Tour Stops vor Dir! Wo und wann sind die nächsten Tour Stops und warum sollten alle kommen?

Jürgen: Aufgrund der derzeitigen Schließung der Backyard wurde dieser Stop, der eigentlich als Finale im November angedacht war, vorverlegt. Ein Finale, welcher die Tour um einen 6. Stop erweitert hat, steht nach wie vor auf dem Plan. Die Frage ist nur noch „Wo?“.

Es finden daher noch Sportgarten Bremen (25.07.), I-Punkt Skateland Hamburg (15.08.) und das Finale (07.11.) statt.

Ziel ist es, für 2016 Geldgeber begeistern zu können, in die Tour zu investieren und so Preisgelder und Aufwandsentschädigungen für Helfer und Moderatoren stellen zu können.
Diese Kontakte stehen und verfolgen auch das Geschehen.
Leider gab es zu Jahresbeginn kaum verwertbares Präsentationsmaterial. Mittels unserer guten Photographen häuft sich das brauchbare Material im Archiv von Event zu Event an.

Connected-Inline: Wir danken Dir für das Interview Jürgen, danke für dein Engagement für unsere Szene und weiterhin viel Erfolg!
Wir geben Dir das letzte Wort!

Jürgen: Grüße an Assia, meine Ü30 Jungs, alle noch aktiven Nürnberger, allen Miniramp Masters Teilnehmer, Helfern und natürlich den beteiligten Sponsoren.
Danke an Frank Romeike und seinem damaligen Team für die Grundsteinlegung der Tour.
@
Johannes Jacobi (WC),Marco Sichau (Shred) und Andreas Hildebrand (Real-Street),macht weiter so. Euer Engagement gibt vielen Menschen eine gute Zeit. 2015 ist ein guter Schritt in die richtige Richtung.

Ich habe mich in vielen Charakteren unserer Szene sehr getäuscht und wurde positiv überrascht. Vielen Dank für diese Einsicht. Lasst euch nicht von Facebookbeiträgen dazu verleiten, jemanden in eine Schublade zu stecken ohne ihn kennen gelernt zu haben.

Ich freue mich auf die noch kommenden Events 2015 mit euch.

Interview: Andreas Hildebrand
photos: Alexander Stock, Dennis Frenzen, David Lellinger, John Goez

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